Das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig

ist ein Forschungsmuseum der Leibniz Gemeinschaft

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Biodiversität auf den Wandteppichen der Tenture des Indes

Termin: 
Mi, 14.10.2015 - 19:00 Uhr
Ort: 
Hörsaal
Veranstaltungsart: 
Vortrag
Veranstaltungsreihe: 
Forschungen im Museum Koenig
Zielgruppe: 
Erwachsene, Senioren, Studierende
Veranstalter: 
Alexander-Koenig-Gesellschaft
Vortragende / Vortragender: 
Dr. Katharina Schmidt-Loske

Katharina Schmidt-Loske ist als Herausgeberin und Autorin an einem Forschungsprojekt zu der Wandteppichfolge Tenture des Indes beteiligt. Diese Tapisserien wurden im 17. Jahrhundert auf Anregung von Johann Moritz von Nassau-Siegen gewebt, der von 1637 bis 1644 Generalgouverneur im Dienst der niederländischen Westindischen Compagnie in Nordostbrasilien war. Er beauftragte Gelehrte und Maler, dort Geographie, Menschen, Flora und Fauna zu dokumentieren. So entstanden hunderte von Zeichnungen in Öl und Kreide, heute als Libri Picturati A 32-38 gebunden in der Jagiellonischen Bibliothek, Krakau, sowie die erste wissenschaftlich fundierte Naturgeschichte zu diesem Teil Südamerikas, die Historia naturalis Brasiliae […], 1648, von Georg Markgraf und Willem Piso. Aus diesem Schatz und aus seiner eigenen Anschauung schöpfte der Maler Albert Eckhout beim Entwurf der Webvorlagen, der Kartons. Nicht weniger als 224 Tierabbildungen auf den acht Wandbehängen der Folge der Anciennes Indes, deren Thematik damals ganz neuartig war, bestimmte und kommentierte die Zoologin des Biohistoricums vor dem Hintergrund der in Brasilien entstandenen Skizzen. Eine solche fundierte zoologische Analyse ist unerlässlich, um Kunsthistorikern eine seriöse Grundlage für die Interpretation zu liefern. Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist somit das Prinzip, auf dessen Basis das Buch zu diesem Thema wuchs und nun fast fertiggestellt ist.

In ihrem Vortrag möchte Sie Katharina Schmidt-Loske mitnehmen, die faszinierende Tier- und Pflanzenwelt der Wandteppichfolge auf Grundlage der Libri picturati kennen zu lernen und gleichzeitig für interdisziplinäre Forschung werben. Im Forschungsprojekt, das hier in den Grundzügen vorgestellt werden wird, arbeiten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus Kunstgeschichte (Jean Vittet, Château de Fontainebleau; Katja Schmitz-von Ledebur, Kunsthistorisches Museum, Wien; Maria Amália Schmidt de Oliveira, São Paulo), Geschichte (Holger Kürbis, Univ. Potsdam; Hermann J. Roth, Nat.hist. Verein, Bonn), Ethnologie (Monika Lodderstaedt-Dürr, früher Weltkulturen Museum, Frankfurt), Lusitanistik (auch als Herausgeberin: Gerlinde Klatte, früher Roman. Sem. d. Univ. Bonn; Odair Hansen-Figueira, Roman. Sem. d. Univ. Bonn) und Linguistik (auch als Herausgeberin: Helga Prüßmann-Zemper, früher Roman. Sem. d. Univ. Bonn) zusammen.

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