Das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig

ist ein Forschungsmuseum der Leibniz Gemeinschaft

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Kunst oder Wissenschaft? Sonderausstellung „Im Zwischenreich“ zeigt Petrografiken im Museum Koenig

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16.10.2020
Die Sonderausstellung „Im Zwischenreich“ präsentiert 30 sehr ästhetische Petrografiken des emeritierten Professors Michael Raith, Institut für Geowissenschaften der Friedrich- Wilhelms Universität Bonn. Die Fotografien, die eher wie abstrakte Kunst wirken, stellen tatsächlich reelle Strukturen verschiedener Gesteine dar, so wie sie bei Betrachtung im Polarisationsmikroskop erscheinen. Die Ausstellung ist im Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig – Leibniz-Institut für Biodiversität der Tiere (ZFMK, Museum Koenig) in Bonn bis zum 29.11.2020 zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen. Es wird kein gesonderter Eintritt erhoben. Zu einer Journalistenführung laden das Museum Koenig und der künstlerisch ambitionierte Wissenschaftler Michael Raith Am Dienstag, 20.10.2020 Um 11:30 Uhr in das Museum Koenig ein. Bitte melden Sie sich unter s.heine@leibniz-zfmk.de an

Zu einer Journalistenführung laden das Museum Koenig und der künstlerisch ambitionierte Wissenschaftler Michael Raith

Am Dienstag, 20.10.2020

Um 11:30 Uhr in das Museum Koenig ein.

Bitte melden Sie sich unter s.heine [at] leibniz-zfmk.de  an

Dem neugierigen Betrachtenden eröffnet die Ausstellung im Museum Koenig eine unbekannte faszinierende mineralische Bildwelt, deren unglaublicher Reichtum an Farben, Strukturen und motivischer Vielfalt nur staunen lässt, und die jenseits der wissenschaftlichen Botschaft vielfältigste seelische Empfindungen auslöst. Unvermittelt entstehen so Bilder, die mal heiter und traumhaft, mal ernst und tiefsinnig, den vielfältigen Erfahrungen menschlicher Existenz Ausdruck geben; ganz der Aussage Paul Klee’s folgend: ‚Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern sie macht sichtbar‘.

„Die Bilder sind wie eine Chimäre zwischen Kunst und Wissenschaft. Die Fotografien wecken auch bei Nichtfachleuten das Interesse an Forschungsmethoden“ meint Prof. Dr. Bernhard Misof, Direktor des ZFMKs. Das Museum Koenig sei besonders geeignet, solche Schätze zu präsentieren, denn die Bilder zeigen auch Laien eine ganz neue und andere Welt der Wissenschaft.

Geowissenschaftler untersuchen festes Probenmaterial (Minerale, Gesteine, Erze, Werkstoffe) vor dem Einsatz hochentwickelter Analyseverfahren zunächst mit dem Polarisationsmikroskop. Die mikroskopische Bearbeitung hat den Vorteil, leistungsstark, kostengünstig und zeitsparend zu sein. Ihre Stärke ist außerdem die zerstörungsfreie und relativ hochauflösende Charakterisierung der Materialeigenschaften (Phasenbestand, Gefüge).

„Die Untersuchung im Durchlichtmikroskop erfolgt an hauchdünnen, feingeschliffenen oder polierten Probenscheibchen. Diese nennt man auch Dünnschliffe“ erläutert Michael Raith das Entstehen der Bilder. Viele Materialien werden dann lichtdurchlässig, so dass bei Betrachtung im Hellfeld feine Strukturen (Korngrenzen, Spaltbarkeiten, Risse) und Farberscheinungen sichtbar werden, die dem bloßen Auge verborgen bleiben. Bei Betrachtung des Dünnschliffs zwischen zwei senkrecht zueinander orientierten Polarisatoren treten infolge des häufig optisch anisotropen Verhaltens der Minerale vielfältigste Interferenzeffekte auf. Sie lassen das Korngefüge in unterschiedlichen Interferenzfarben erscheinen. Durch Einfügen von optischen Hilfsobjekten (Lambda-Platte, Lambda/4-Platte, Quarzkeil,) in den Strahlengang des Mikroskops entstehen weitere mineral-spezifische Interferenzfarbeffekte

Hintergrundinformationen:

Michael M. Raith (*1940, Madrid)

ist seit 2005 emeritierter Professor am Institut für Geowissenschaften der Friedrich- Wilhelms Universität Bonn.

Der Schwerpunkt seiner Forschung galt dem inneren Aufbau und der Evolution präkambrischer kontinentaler Erdkruste, insbesondere den in großer Tiefe ablaufenden gesteinsbildenden Prozessen.

Ausgedehnte Forschungsreisen führten ihn nach Nordfinnland, auf die Kola Halbinsel, nach Grönland, Sri Lanka, Madagaskar und immer wieder nach Indien.

Derzeit befasst er sich einerseits mit der archäometrischen Charakterisierung von antiken Keramiken und Glasuren (Jemen, Japan, Iran), andererseits mit der Entwicklung von Lehrmaterialien und einer Website zur Polarisationsmikroskopie in den Geowissenschaften.

Die intensive mikroskopische Bearbeitung höchst verschiedener Geomaterialien im Laufe eines langen Berufslebens weckte schon früh seine Begeisterung für die faszinierende Bildwelt eines dem Laienauge verborgenen Mikrokosmos. Unglaubliche Farbeffekte und Strukturen geben vielfältige Anregung für die eigene künstlerische Arbeit. Dabei geht es ihm jedoch weniger um die Reproduktion rein ästhetischer Mikrofotos, als vielmehr um das Aufspüren und Gestalten von Motiven, die innere Stimmungen und Botschaften widerspiegeln. Die enormen technischen Fortschritte und Möglichkeiten moderner digitaler Mikrofotografie und Bildbearbeitung haben entscheidend dazu beigetragen, aus der künstlerischen Neigung eine Passion werden zu lassen.

Aurora

Calcit mit Zwillingslamellen
Marmor, Südmadagaskar

+Pol, Bildhöhe 2mm

 

Perlmutthöhle

Siderit
Eisenerz Hüttenberg, Österreich

+Pol, Bildhöhe 2mm

Gerne schicken wir Ihnen die Bilder auch in hochaufgelöster Form zu. Die Nutzung ist für die Berichterstattung über die Ausstellung im Museum Koenig kostenfrei.

Bitte melden Sie sich zur Journalisten-Führung unter s.heine [at] leibniz-zfmk.de an. Herzlichen Dank.

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Ausstellungen: 12.2016 — 04.2017 Museum Reich der Kristalle, München; 06. — 09.2018 Galerie im Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, München. 11.2018 — 02.2019 Mineralogisches Museum, Marburg)

Buchprojekt: M. Raith und M. Mross (2018). Im Spiegel der Jahreszeiten – Petrografiken & Haikus. 120 Seiten mit 50 Farbtafeln, Softcover, Selbstverlag. M. Raith (2020). Im Zwischenreich – Grafiken. 171 Seiten mit 101 Farbtafeln, Hardcover, Selbstverlag.

Adresse: Prof. Dr. Michael M. Raith, Roidestraße 19, 53359 Rheinbach

Kontakt: m.raith [at] uni-bonn.de

Das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig - Leibniz-Institut für Biodiversität der Tiere hat einen Forschungsanteil von mehr als 75 %. Das ZFMK betreibt sammlungsbasierte Biodiversitätsforschung zur Systematik und Phylogenie, Biogeographie und Taxonomie der terrestrischen Fauna. Die Ausstellung „Unser blauer Planet“ trägt zum Verständnis von Biodiversität unter globalen Aspekten bei.

Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören zurzeit 96 Forschungsinstitute und wissenschaftliche Infrastruktureinrichtungen für die Forschung sowie drei assoziierte Mitglieder. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften. Näheres unter www.leibniz-gemeinschaft.de

Pressekontakt

Sabine Heine
Pressesprecherin

Tel.: +49 (0)228 9122 215
Fax: +49 (0)228 9122 213
E-Mail: s.heine [at] zfmk.de

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