Das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig

ist ein Forschungsmuseum der Leibniz Gemeinschaft

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Eröffnung der Sonderausstellung „Nach der Natur - Dem Gefährdeten und Verschwindenden“

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14.08.2019
(Bonn, 14.08.2019) Heute eröffneten das Deutsche Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE) der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig – Leibniz-Institut für Biodiversität der Tiere die Sonderausstellung „ Nach der Natur – dem Gefährdeten und Verschwindenden“. Die Ausstellung wird im Festsaal des Museums Koenig vom 15.08. bis 20.10.2019 zu den üblichen Öffnungszeiten gezeigt. Es wird kein gesonderter Eintritt erhoben.

In Anwesenheit der Künstlerin Janet Laurence begrüßten Prof. Sturma, Professor für Philosophie unter besonderer Berücksichtigung der Ethik in den Biowissenschaften an der Universität Bonn, Prof. Dr. Wolfgang Wägele, ehemaliger Direktor des Zoologischen Forschungsmusuems Alexander Koenig - Leibniz-Institut für Biodiversität der Tiere (Museum Koenig), und Reinhard Limbach, Bürgermeister der Stadt Bonn, die zahlreichen Gäste.

Alle Redner waren sich einig, dass die Umweltzerstörung eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen überhaupt ist. Wägele machte auf die Bedeutung der Bürgerinnen und Bürger zum Schutz der Natur aufmerksam, die ihren Willen in Bürgerbegehren äußern und umsetzen können. Limbach stellte die großartige Vernetzung der Forschungseinrichtungen mit verschiedenen UN-Sekretariaten und dem Museum Koenig zu Nachhaltigkeitszielen auf nationaler und internationaler Ebene heraus. Er machte auch auf die Bedeutung der Bildungsinhalte zu Themen des Biodiversitätsschutzes aufmerksam.

Die Klammer zu diesen Thema und dem Anliegen der Künstlerin Laurence schlug Prof. Dieter Struma in seiner Einführung: „Wir sind eher Störenfriede der Lebensgemeinschaften der Erde“, meinte er und führte weiter aus: „Die Ausstellung bietet die Möglichkeit einer tiefen Meditation über die Endlichkeit und Verletzlichkeit der natürlichen Welt“.

Die Besucherinnen und Besucher erlangen en passant philosophische Erkenntnisse durch die Betrachtung der Exponate in einem magischen Rahmen. Dies steigert die Motivation und ein langfristiges Interesse an der Erhaltung biologischer Vielfalt und Schönheit.

„Alle ursprünglichen Pläne für meine Ausstellung in Bonn lösten sich in Luft auf, als ich die Archive im Koenig Museum betrat. Ich war einfach überwältigt von dem Zustand und dem planetarischen Umfang der Sammlungen sowie von der Art und Weise, wie die Schönheit der Vögel und Säugetiere zur Darstellung gebracht worden ist. Ich habe ihnen einfach wie Musen zugehört. Sie haben sich selbst als Teil der Ausstellung ausgewählt. Jedes Exemplar hat im Leben wie im Tod seine eigene Geschichte, die jetzt in den Russischen Raum führt. Hier stehen sie nun nebeneinander, gegenüber oder aneinandergereiht und vollführen im Zuge gleichsam alchemistischer Verweise die Transformation von vergangenen Lebewesen in Boten eines erhabenen Nachlebens.“ (Janet Laurence)

Janet Laurence ist eine australische Künstlerin, deren Arbeiten u. a. in Sydney, Paris, London und Berlin gezeigt wurden und sich im Besitz von Museen auf der ganzen Welt befinden. Ihre künstlerische Karriere umspannt mehr als drei Jahrzehnte und doch sind die Anliegen, die im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen, noch nie so dringlich gewesen wie heute — Klimawandel, Umweltzerstörung und die Unfähigkeit der Menschheit ihre Beziehung zur Natur zu überdenken.

Der Titel Nach der Natur, eine Anspielung auf W. G. Sebalds gleichnamiges Prosagedicht, evoziert nicht nur die Idee einer post-natürlichen Zeit, sondern stellt zugleich eine Hommage an die Natur dar. Während sich Laurence als Teil des Kampfes gegen die Zerstörung der Umwelt betrachtet, beschäftigt sie sich gleichzeitig mit unserer Fähigkeit, diesen Begriff zu transzendieren, um die künstliche Trennung zwischen der Menschheit und dem Rest der lebendigen Natur aufzuheben. 

Laurences Arbeit ist hochgradig politisch, versucht jedoch weder zu schockieren noch zu predigen. Vielmehr zeigt sich darin eine mit Angst und Trauer gefärbte Schönheit, die Neugierde weckt: sie berichtet nicht, sondern zeigt unmittelbar das Ausmaß der Gefährdung unserer Umwelt. Laurence untersucht die Tierwelt, Planzen und Mineralien, sowie die Instrumente, die seit der Aufklärung verwendet wurden, um Naturwissenschaft zu betreiben.

Obgleich in ihr das Herz einer modernen Naturwissenschaftlerin schlägt, ist sie fasziniert von den Prinzipien der Alchemie und der „Magie“ der natürlichen Welt.

Nach der Natur ist zugleich intellektuell tiefgründig und zutiefst bewegend. Es mag Naturwissenschaftler und Kunstliebhaber auf unterschiedliche Art und Weise ansprechen und diejenigen bezaubern, die sich für beides begeistern: es zeigt die Fragilität und gefährdete Schönheit der natürlichen Welt, welche zu zerstören wir anscheinend entschlossen sind, obwohl wir wissen, dass sie es ist, die uns nährt und am Leben erhält.

Weiterer Ansprechpartner


Prof. Dr. Dieter Sturma
Lehrstuhl für Philosophie unter besonderer Berücksichtigung der Ethik in den Biowissenschaften
Institut für Wissenschaft und Ethik (IWE)
Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE), zugleich:
Arbeitsstelle der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften
Bonner Talweg 57
53113 Bonn
Mail: dieter.sturma [at] uni-bonn.de


Sekretariat Institut für Philosophie / IWE
Sabine Derdzinski
Tel.: 0228 / 73-8100
Fax: 0228 / 73-8180
Mail: derdzinski [at] iwe.uni-bonn.de

 

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Das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig - Leibniz-Institut für Biodiversität der Tiere hat einen Forschungsanteil von mehr als 75 %. Das ZFMK betreibt sammlungsbasierte Biodiversitätsforschung zur Systematik und Phylogenie, Biogeographie und Taxonomie der terrestrischen Fauna. Die Ausstellung „Unser blauer Planet“ trägt zum Verständnis von Biodiversität unter globalen Aspekten bei.

Das Deutsche Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE) wurde 1999 im Anschluss an eine Ausschreibung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) vom Bonner Institut für Wissenschaft und Ethik (IWE) in Zusammenarbeit mit der Universität Bonn als nationales Dokumentations- und Informationszentrum gegründet, um die wissenschaftlichen Grundlagen für eine qualifizierte bioethische Diskussion im deutschen, europäischen und internationalen Rahmen zu schaffen.

Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören zurzeit 93 Forschungsinstitute und wissenschaftliche Infrastruktureinrichtungen für die Forschung sowie drei assoziierte Mitglieder. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute arbeiten strategisch und themenorientiert an Fragestellungen von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung Bund und Länder fördern die Institute der Leibniz-Gemeinschaft daher gemeinsam. Näheres unter www.leibniz-gemeinschaft.de

 

 

 

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