Das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig

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Acht neue Süßwasserfischarten in der Türkei entdeckt – Gemeinsame Pressemitteilung des Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig – Leibniz Institut für Biodiversität der Tiere in Bonn und des Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei,

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17.04.2019
(Bonn/Berlin, 17.04.2018) Eine umfassende Überarbeitung der 30 Arten von Steinbeissern der Gattung Cobitis brachte jetzt acht neue Süßwasserfischarten aus der Türkei zu Tage. Zwei Wissenschaftler aus Leibniz-Instituten in Bonn und Berlin -Deutschland- sowie ein Forscher der Erdogan Universitiy in Rize –Türkei - führten die Untersuchungen mit modernsten morphologischen, morphometrischen und molekularen Analysen durch. Für zwei Arten – Cobitis amphilekta und C. kellei – muss leider angenommen werden, dass sie ausgestorben sind, da sie seit Jahrzehnten nicht mehr aufgefunden werden konnten. Die Veröffentlichung in der Zeitschrift „Zootaxa“ weist gleichzeitig eine umfassende Revision der Gattung im Nahen Osten auf. Gleichzeitig wurden Bestimmungsschlüssel aller Artengruppen publiziert.

Die neuen Arten gehören alle zur Gattung Cobitis, bodenlebende Süßwasserfische aus der Familie der Steinbeißer. Ihre auffälligen Farbmuster sind nicht nur schön, sondern können auch zur Klassifizierung genutzt werden, also zur Abgrenzung der Arten untereinander. „Bei genetisch sehr ähnlichen Populationen folgten wir einem Konzept, bei dem Arten nur dann als solche anerkannt werden, wenn die morphologischen Merkmale inklusive der Farbzeichnung die Benennung als unterschiedliche Arten absicherte“ erläutert Dr. Matthias Geiger, Biologe am Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig – Leibniz Institut für Biodiversität der Tiere in Bonn. Nur im Zusammenspiel von morphologischen und molekularen Merkmalen sind belastbare und nachhaltige Interpretationen möglich betonen die Autoren in ihrer Studie.

Die Bestimmung von Arten aufgrund molekulargenetischer Merkmale ist zwar mittlerweile Standard in vielen biologischen Disziplinen, doch nur die klassischen Einordnungen über integrative Ansätze verhindern fehlerhafte Interpretationen.

„Noch sind bei Weitem nicht alle Fischarten der Gattung bekannt und weitere Neubeschreibungen folgen in Zukunft“ freut sich Dr. Jörg Freyhof, Ökologe am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin, auf die künftigen Herausforderungen bei der Bearbeitung der Süßwasserfische aus dem Nahen Osten.

 

Copyright: Jörg Freyhof

Cobitis afifeae, eine Art, die die Autoren erstmals beschreiben. Copyright. Jörg Freyhof

 

Copyright: Jörg Freyhof

Die hübschen Fleckmuster dienen der Identifizierung der Cobitis Arten. Copyright: Jörg Freyhof 

Gerne stellen wir Ihnen die Fotos für die Berichterstattung über diese PM kostenfrei zur Verfügung.

Quelle:

Freyhof, J., Bayçelebi, E., Geiger, M.F. (2018): Review of the genus Cobitis in the Middle East, with the description of eight new species (Teleostei: Cobitidae). - Zootaxa 4535 (1): 001–075 https://doi.org/10.11646/zootaxa.4535.1.1


Ansprechpartner:

Dr. Jörg Freyhof

Abteilung: Biologie und Ökologie der Fische

E-Mail: j.freyhof [at] igb-berlin.de

Tel: 030 64181788

Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, Müggelseedamm 310, 12587 Berlin


Dr. Matthias Geiger

Gremienarbeit & Graduiertenschule

(ehemal. GBOL & FREDIE Projektkoordination)

Direktion, Verwaltung, ZFMK Internationale Graduiertenschule

E-Mail: m.geiger [at] leibniz-zfmk.de

Tel: 0228 9122-258

Zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig – Leibniz-Institut für Biodiversität der Tiere, Adenauerallee 160, 53113 Bonn

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Das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig - Leibniz-Institut für Biodiversität der Tiere hat einen Forschungsanteil von mehr als 75 %. Das ZFMK betreibt sammlungsbasierte Biodiversitätsforschung zur Systematik und Phylogenie, Biogeographie und Taxonomie der terrestrischen Fauna. Die Ausstellung „Unser blauer Planet“ trägt zum Verständnis von Biodiversität unter globalen Aspekten bei.


Das Leibniz-IGB ist das bundesweit größte Forschungszentrum für Binnengewässer. Es verbindet Grundlagen- und Vorsorgeforschung, bildet den wissenschaftlichen Nachwuchs aus und berät Politik und Gesellschaft in Fragen des nachhaltigen Gewässermanagements. Forschungsschwerpunkte sind u.a. die Langzeitentwicklung von Seen, Flüssen und Feuchtgebieten angesichts sich rasch ändernder Umweltbedingungen, die Renaturierung von Ökosystemen, die Biodiversität aquatischer Lebensräume sowie Technologien für eine ressourcenschonende Aquakultur. Die Arbeiten erfolgen in enger Kooperation mit den Universitäten und Forschungsinstitutionen der Region Berlin-Brandenburg und weltweit. Das Leibniz-IGB gehört zum Forschungsverbund Berlin e. V., einem Zusammenschluss von acht natur-, lebens- und umweltwissenschaftlichen Instituten in Berlin. Die vielfach ausgezeichneten Einrichtungen sind Mitglieder der Leibniz-Gemeinschaft. www.igb-berlin.de/


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