Das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig

ist ein Forschungsmuseum der Leibniz Gemeinschaft

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Bonner Rotarier Clubs

Name: 
Schimpanse
Wissenschaftlicher Name: 
Pan troglodytes

Wir freuen uns, dass die Bonner Rotarier Clubs die Patenschaft für den Schimpansen (Pan troglodytes) übernommen haben.

Die Regenwälder und andere Waldformationen in West- und Zentralafrika sind Heimat unserer nächsten Verwandten: Der Schimpansen. Genetisch gesehen gleichen Schimpansen (Pan troglodytes) und die im Inneren des Kongobeckens vorkommende Schwesterart, die Bonobos oder „Zwergschimpansen“ (Pan paniscus) uns Menschen zu fast 99 Prozent! Der hohe Verwandtschaftsgrad lässt in jüngster Zeit bei einigen Wissenschaftlern die Forderung laut werden, Schimpanse, Bonobo und Mensch (die seit den 1970er Jahren gemeinsam mit den Gorillas und Orang-Utans der Familie Hominidae zugeordnet werden), sollten künftig auch zur gleichen Gattung gezählt werden. Homo troglodytes und Homo paniscus wären dann die Schwesterarten von Homo sapiens.

Bei so viel Übereinstimmung wundert es nicht, dass das äußerst komplexe Sozialverhalten der Schimpansen dem „unsrigen“ in vielen Bereichen ähnelt. Ihre hohe Intelligenz, ihr ausgeprägtes Lern- und Einfühlungsvermögen und andere geistige Fähigkeiten wurden in zahlreichen Experimenten und ausführlichen Freilandstudien bewiesen. Schimpansen leben in Gruppen, die sich von Zeit zu Zeit mit anderen zu regelrechten Trupps aus bis zu 150 Individuen zusammenschließen. In den Baumkronen schlafen und ruhen sie in selbstgebauten Nestern aus Zweigen. Tagsüber streifen sie durch den Wald, bewegen sich bei der Nahrungssuche und anderen Aktivitäten behände durchs Geäst und klettern bis in die Wipfel. Zwar gehören Früchte wie reife Feigen zu ihren Lieblingsspeisen, aber ungefähr 5% ihrer Gesamtnahrung ist tierischer Herkunft. Gelegentlich machen sie sogar Jagd auf eine Reihe von Wirbeltieren - und nicht selten fallen ihnen dabei andere, kleine Affenarten wie Meerkatzen oder Stummelaffen zur Beute.

Obgleich Schimpansen die häufigsten Menschenaffen mit dem größten Verbreitungsgebiet sind, gehen die Bestände weiterhin so stark zurück, dass die Art auf der Internationalen Roten Liste als „stark gefährdet“ eingestuft wird. Die Gründe sind vielfältig und je nach Region unterschiedlich: Abholzung, sich ausbreitende Landwirtschaft und Öl- und Gasförderung zerstören vielerorts den Lebensraum. Gejagt werden die Tiere vor allem wegen ihres Fleisches und für den Tierhandel. Und auch durch den Menschen übertragene infektiöse Krankheiten machen Schimpansen vor allem dort zu schaffen, wo sie viel mit menschlichen Abfällen in Kontakt kommen, oder beispielsweise nicht nachhaltig organisiertem Tourismus ausgesetzt sind.