Das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig

ist ein Forschungsmuseum der Leibniz Gemeinschaft

Biogeografie neotropischer Kolibris

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Information

Steckbrief

Titel des Projekts: 
Biogeografie neotropischer Kolibris (Trochilidae)
Org. Einordnung: 
Forschungsobjekt(e): 
Vögel

Beschreibung

Mit mehr als 340 gegenwärtig bekannten Arten zählen die von Nord- bis Südamerika vorkommenden Kolibris (Familie Trochilidae) weltweit zu den artenreichsten und weitverbreitetsten Vogelfamilien überhaupt; in der Neuen Welt werden sie nur noch von den Tyranniden übertroffen. Mittels ihrer speziellen Anpassung an die Nektarivorie (u. a. Schnabelmorphologie, Schwirrflug) haben sie sich zahlreiche Lebensräume von den Küsten bis in die Hochgebirge erschlossen und übernehmen in klimatisch ungünstigen Regionen die Rolle der Insekten als wichtigste  Bestäuber von Blütenpflanzen. Besonders zahlreich sind sie in den Anden vertreten, wo mehr als die Hälfte aller Vertreter anzutreffen sind. Deren oftmals kleinräumige Verbreitung lässt auf zahlreiche, teils rezente Artbildungsprozesse und Radiationen schließen, die vor allem mit Glazialphasen korreliert waren. Die rezente Biogeografie, Morphologie, geografische Variation, Taxonomie und Systematik der oftmals noch unzureichend erforschten Arten der Anden und deren Randgebirgen stehen im Mittelpunkt des laufenden Forschungsprojektes, das überwiegend auf der Analyse von Belegexemplaren in wissenschaftlichen Sammlungen beruht. Zur Beurteilung von Verwandtschaftsbeziehungen sollen künftig auch molekulargenetische Daten ausgewählter Taxa heran gezogen werden, da gegenwärtige Erkenntnisse hinsichtlich der Großsystematik von Kolibris teilweise unbefriedigend erscheinen. Bisher konnten bereits einige Taxa wissenschaftlich neu beschrieben werden; mit weiteren Entdeckungen im Verlauf des Projektes ist zu rechnen.

Ort