Faszinierende Vielfalt: Die Tierwelt am Meeresboden der Antarktis
Dr. Julian Gutt,
Alfred-Wegener Institut für Polarforschung Bremerhaven
Die Fauna am Meeresboden der Antarktis ist durch Expeditionen in der Vergangenheit einigermaßen gut bekannt. Sie zeichnet sich gebietsweise durch sehr hohe Biomasse, hohe Dichten und hohe Artenvielfalt aus, insbesondere dort, wo sessile Filtrierer häufig sind. Es gibt aber auch Lebensgemeinschaften, die viel ärmer sind und eine ganz andere Artenzusammensetzung haben. Das Leben unter den schwimmenden hunderte Meter dicken Schelfeistafeln war bis vor kurzem aber wegen seiner Unerreichbarkeit völlig unbekannt. Trotzdem handelt es sich dort um einen für die Antarktis typischen Lebensraum. Durch die globale Erwärmung sind in den vergangenen fünf bis zwölf Jahren die beiden großen Larsen A und B Schelfeisgebiete fast völlig weggebrochen. Die dortige Fauna ist nun für die Forschung zugänglich, aber auch enormen Veränderungen in ihrer Umwelt ausgesetzt. Die spannenden Fragen sind: Welche Tiere leben überhaupt unter dem Schelfeis? Welchen direkten Einfluss hatte das Wegbrechen des Eisschelfs? Was ist die Zukunft der dortigen Fauna unter den neuen Umweltbedingungen? In dem Vortrag werden vor dem Hintergrund bekannter Befunde zu den marinen Bodentieren der Antarktis die neuesten Ergebnisse der gerade zu Ende gegangenen Polarstern-Expedition im Rahmen des "Census of Antarctic Marine Life" (CAML) im Vorfeld des Internationalen Polarjahres 2007/2008 (IPY) vorgestellt.
Weitere Informationen zur
Polarstern-Expedition.
Was ist noch los im Museum Koenig? Weiter zum
Veranstaltungskalender!
<< Index
Zeit: 21.März 2007, 20.00 Uhr
Ort: Hörsaal ZFMK
Eintritt: 2,50 EUR / 1,25 EUR (reduziert)



