Durch Charles R. DARWINs epochales Werk ist der neuzeitliche Mensch auf sich selbst und sein Werden zurückgeworfen. Der Imperativ " Nosce te ipsum - Erkenne Dich selbst" hatte eine neue - phylogenetische - Grundlage gewonnen. Herausforderung und Ziel der evolutionären Anthropologie ist es, den real-historisch-genetischen Prozess der Menschwerdung als Anpassungsentwicklung in der Primatenreihe zu verstehen.
Der Vortrag soll zunächst zeigen, wie Darwin - insbesondere mit seinem 2. Hauptwerk " The Descent of Man, and Selection in Relation to Sex" von 1871 die Grundlagen für ein biologisches Menschenbild geschaffen hat und dann anschließend - bezogen auf den aktuellen Forschungsstand der Anthropologie - aus zwei 'darwinischen Blickwinkeln' zum aktuellen Selbstverständnis des Menschen beitragen:
einerseits durch den Vergleich des Menschen mit dem weiten Spektrum heute lebender Primaten. Dieser erlaubt es Evolutionstrends aufzuzeigen, die belegen, dass der Hominisationsprozess und speziell der Weg von der Natur in die Kultur (von der Bio- zur Tradigenese) unter biologischen Prinzipien erfolgte und Homo sapiens nur eine andere "einzigartige Spezies" ist;
andererseits durch die Analyse und vergleichende Interpretation homininer Fossilien. Dadurch gelingt es, den Menschwerdungsprozess in seinem raum-zeitlichen Gefüge zu rekonstruieren und unsere "ökologische Nische" zu kennzeichnen.
29.06.2009

