04.06.09
Darwin und Haeckel
Charles Darwins Theorien und die Herausforderungen durch die Evolutionsbiologie gehören bis heute zu den kontroversesten und faszinierendsten Themen der Biowissenschaften. Es gibt nur wenig andere wissenschaftliche Ideen, die das moderne Bild der Welt ähnlich tiefgreifend prägten und wichtige Elemente im fundamentalen Wandel kultureller Werte waren. Insbesondere der deutsche Sprachraum hatte bei der Popularisierung und Übernahme der Evolutionstheorie von Darwin eine entscheidende Rolle gespielt. Es war hier dem Jenaer Zoologen Ernst Haeckel zu verdanken, diese Theorie in Deutschland ziemlich schnell rezipiert, weiterverbreitet und popularisiert zu haben Nach einer kurzen Einführung zu Darwin und dem Darwinismus, einem Vergleich der beiden Wissenschaftler, steht ferner die Haeckelrezeption im 20. Jahrhundert im Mittelpunkt des Vortrages, waren es doch insbesondere Haeckels materialistische, lamarckistische, rassenhygienische und monistische Auffassungen, die bei einer Reihe von Politikern und Wissenschaftlern in verschiedenen gesellschaftlichen Systemen dazu führten, diese in ihrem Sinne zu interpretieren. Würdigungen wie "Deutscher Darwin", "Luther gleich" stehen neben Diffamierungen als "Agent des Satans", "Pestilenz von Jena", "Affenprofessor" oder "Fälscher".
Ort
Hörsaal ZFMK, 1.OG
Zeit
Donnerstag, 19.00 Uhr
Kosten
Eintritt frei
Koordination und Information


