28.05.09
Eine Naturgeschichte Gottes?
Zur biologischen Evolution von Frömmigkeit
Die evolutionäre Perspektive sieht den Menschen und sein Schalten und Walten konsequent eingebunden in das irdische Naturgeschehen. Wozu also, wenn es doch letztlich um das diesseitige
survival of the fittest geht, sollte sich der Mensch in den Glaubenslabyrinthen des Religiösen verlieren? Wozu Vorstellungen von Transzendenz? Wozu Hoffnungen auf Liebe und Ängste vor Strafe aus Quellen, die naturwissenschaftlich gar nicht darstellbar sind und deren ontologischer Status auch dem Gläubigsten unklar bleiben muss? Auf den ersten Blick ist Religiosität alles andere als naturgeschichtlich plausibel, und deshalb wird der betende Mensch gern als Beleg für die Auffassung verwendet, dass es auf Erden eben doch nicht so einhundertprozentig Darwinisch korrekt zugehe, wie evolutionäre Anthropologen gerne behaupten. In dem Vortrag wird es darum gehen, evolutionäre Szenarien für die Entstehung konstituierender Elemente von Religiosität zu entwerfen, die in der Summe die Interpretation nahe legen, dass auch Frömmigkeit nicht irdischer Nützlichkeitsbewertungen entkommt, folglich Darwinisch selektiert wurde und deshalb als transkulturelle Universalie untrennbar zur
conditio humana gehört.
Ort
Hörsaal ZFMK, 1.OG
Zeit
Donnerstag, 19.00 Uhr
Kosten
Eintritt frei
Koordination und Information


