Nur zwei Jahre nach der Publikation von Charles Darwins epochalem Werk "On the Origin of Species" wurde ein Fossil gefunden, das seine Theorie der Evolution wie vielleicht kein Zweites bestätigte. Der Urvogel Archaeopteryx lithographica wurde schon sehr bald nach seiner Entdeckung 1861 als ein von Darwin gefordertes missing link erkannt. Allerdings war es nicht Darwin, sondern der energischste Verfechter seiner Theorie, Thomas Henry Huxley, von den Zeitgenossen deswegen als "Darwins Bulldogge" betitelt, der den Urvogel genauer untersuchte. Huxley stellte an dem ersten Fund von Archaeopteryx die Hypothese auf, dass die Vögel von den Dinosauriern der Jurazeit abstammen. Seine bahnbrechende Einsicht fand aber keine allgemeine Akzeptanz. Sie begann sich erst vor 40 Jahren mit den Forschungen des amerikanischen Paläontologen John Ostrom über Raubdinosaurier im Vergleich mit den inzwischen 7 Exemplaren von Archaeopteryx durchzusetzen. Heute, durch ein glückliches Zusammenspiel der politischen Umwälzungen des späten 20. Jh. in China und spektakulärer Fossilerhaltung ist der evolutive Übergang von den Raubsauriern über Archaeopteryx zu den modernen Vögel genauestens durch zahlreiche weitere Zwischenstufen belegt. Heute gibt es mehr (ehemals) missing links in der Vogelevolution, als Darwin je zu hoffen wagte. Sie zeigen, dass viele typische Vogelmerkmale lange vor den ersten Vögeln entstanden sind, es aber auch viele Zwischenstufen zwischen Archaeopteryx und den modernen Vögeln gibt.


