Informationsausstellung
Verschiedene Weltbilder im Jahr der Geisteswissenschaften 2007
20.04.2007 bis 19.08.2007
1.OG
Die Entstehung des Lebens hat die Menschheit schon immer fasziniert und in praktisch jeder Kultur finden sich Mythen zu diesem Thema. Charles Darwin stellte 1859 in seinem berühmten Werk "The Origin of Species" als erster einen umfassenden Erklärungsansatz vor, der die Basis für die moderne Evolutionstheorie lieferte. Diese wurde in den folgenden Jahrzehnten weiter ausgebaut und konnte die Erklärungslücken schließen, die nach Darwin zunächst noch bestanden. Heute ist sie in der wissenschaftlichen Welt die einzig anerkannte Hypothese über den Ursprung und die Entwicklung der Lebewesen.
Neben der Evolutionstheorie hat der Kreationismus, der die Bibel als historisches und einzig wahres Dokument betrachtet, in bestimmten Kreisen weiter existiert. Er nimmt den mosaischen Schöpfungsbericht als Tatsache und berechnet das Alter der Erde auf einige Tausend Jahre.
Neben der Evolutionstheorie hat der Kreationismus, der die Bibel als historisches und einzig wahres Dokument betrachtet, in bestimmten Kreisen weiter existiert. Er nimmt den mosaischen Schöpfungsbericht als Tatsache und berechnet das Alter der Erde auf einige Tausend Jahre.
Seit einigen Jahren ist vor allem in den USA ein neuer, kreationistisch geprägter Erklärungsansatz mit wissenschaftlichem Anspruch entstanden, das sogenannte "Intelligent Design". Hierbei wird davon ausgegangen, dass komplexe Objekte nicht zufällig entstehen, sondern immer durch einen "intelligenten Designer" entworfen werden müssen, und dass dies auch die Lebewesen nicht ausschließt. Die Vertreter des Intelligent Design betrachten dieses als wissenschaftliche Theorie, die der Evolutionstheorie zumindest gleichgestellt werden sollte. In einigen amerikanischen Schulen müssen mittlerweile beide Richtungen als konkurrierende, gleichwertige wissenschaftliche Erklärungsansätze unterrichtet werden. Vor allem der zunehmende Einfluss des, auf den ersten Blick durchaus schlüssig wirkenden, Intelligent Design erfort es, genauere Informationen anzubieten.
In der Ausstellung wird zunächst der Unterschied zwischen Kreationismus und Intelligent Design und die Argumentationsweise der Denkrichtungen erklärt. Für die Erläuterung der Evolutionstheorie wird gezeigt, dass Evolution nicht nur auf "blindem" Zufall beruht, sondern ein Zusammenspiel von zufälligen Mutationen und nichtzufälliger Selektion darstellt, wobei letztere der wichtigere Faktor ist. Gleichzeitig wird der Zeitraum, in dem die Entstehung des Lebens auf der Erde abgelaufen ist, verdeutlicht, um zu zeigen, dass in dieser langen Zeit auch unwahrscheinliche Ereignisse problemlos möglich sind.
Außerdem werden Phänomene gezeigt, die sich nicht mit intelligentem Design erklären lassen, da sie zumindest höchst unpraktisch, umständlich oder sogar potentiell gefährlich sein können. Hierfür lassen sich u.a. die exzentrisch gelegene Wirbelsäule des Menschen oder die Überkreuzung von Luft- und Speiseröhre nennen, die sich sehr viel einfacher mit der historischen Entwicklung erklären lassen. Ein "intelligenter Designer" hätte dafür sicher bessere und weniger riskante Wege gefunden.
Außerdem werden Phänomene gezeigt, die sich nicht mit intelligentem Design erklären lassen, da sie zumindest höchst unpraktisch, umständlich oder sogar potentiell gefährlich sein können. Hierfür lassen sich u.a. die exzentrisch gelegene Wirbelsäule des Menschen oder die Überkreuzung von Luft- und Speiseröhre nennen, die sich sehr viel einfacher mit der historischen Entwicklung erklären lassen. Ein "intelligenter Designer" hätte dafür sicher bessere und weniger riskante Wege gefunden.
Insgesamt soll der Besucher dazu angeregt werden, sich Gedanken über die "explantive power" der unterschiedlichen Erklärungsansätze zu machen und vor allem über ihre Bedeutung für die wissenschaftliche Forschung im Bereich der Entstehung der Lebewesen.
Podiumsdiskussion und Begleitprogramm
Die Evolutionstheorie und die Lehre von der Schöpfung - ein unüberbrückbarer Gegensatz?
Vorträge mit anschließender Diskussion zum Auftakt der Ausstellung in Kooperation mit der Evangelischen Akademie im Rheinland
Vorträge mit anschließender Diskussion zum Auftakt der Ausstellung in Kooperation mit der Evangelischen Akademie im Rheinland
20. April 2007, 18:00 Uhr
Hörsaal ZFMK
Podium
Prof. Dr. Klaus Peter Sauer, Evolutionsbiologe Uni Bonn
Prof. Dr. theol. Christian Link, Theologe Bochum
Moderation
Prof. Dr. Wägele, Direktor des zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig


