Sonderausstellung
16.10.2004 bis 09.01.2005
Marie Boden lässt sich auf Begegnungen einer ganz besonderen Art ein. Da, wo andere Furcht oder sogar Ekel haben, sagt sie: "tu ne peux pas t'imaginer comme c'est beau!" ("du ahnst nicht, wie schön das ist!").
Marie Boden sammelt Hüllen gehäuteter Tiere und verstorbene Kleintierkörper, welche Spuren des Vergänglichen jedweden Stadiums zeigen. Aus ihnen stellt sie mit französischen Wortspielen und antiquierten Buchseiten Kunstwerke her, die ambivalente Gefühle hervorrufen. Während der Schmetterling aufgrund seiner Schönheit, Zartheit und Verletzlichkeit unsere Sympathie für das Schutzlose wecken kann, ruft der tote Körper einer Spinne oder eines Frosches im Verwesungsprozess Ekel und Furcht hervor. Doch Marie Boden lässt sich auf diese Leichen ein. Sie kann ihre Kunstobjekte nicht suchen, sie lassen sich finden. Über jedes Tier denkt sie nach und schafft so mit dem Tod etwas Neues.
Die Konfrontation mit dem Tod findet auch in unserem Alltag statt, wenn wir beispielsweise ein Schnitzel essen, Lederschuhe tragen oder eine lästige Mücke erschlagen. Doch wann werden uns diese Widersprüche bewusst?
Marie Boden sagt: "Ich verstoße eindeutig gegen das Tabu Tod. Ich sehe mir seine unterschiedlichen Facetten an." Diese Auseinandersetzung kann helfen, den Tod als Selbstverständlichkeit, in gewissem Umfang auch als Schönheit zu akzeptieren.
Die Wissenschaftler des Museum Koenig "perfektionieren" den Erhalt von Tier-Leichen. Sie bewahren ihre Sammlungsobjekte für die Ewigkeit - als Datenbanken des Lebens. Die Ausstellung der Marie Boden passt kaum besser an einen anderen Ort als in ein naturkundliches Museum.
Die Wissenschaftler des Museum Koenig "perfektionieren" den Erhalt von Tier-Leichen. Sie bewahren ihre Sammlungsobjekte für die Ewigkeit - als Datenbanken des Lebens. Die Ausstellung der Marie Boden passt kaum besser an einen anderen Ort als in ein naturkundliches Museum.


