Die Herpetologie in Bonn hat ihren Anfang mit Georg August Goldfuss (1782-1848) bereits im 19. Jahrhundert und auch herpetologisch wichtige Wissenschaftler wie Franz Hermann Troschel und Franz Leydig, die beide in Bonn Zoologie lehrten, haben herpetologische Arbeiten hinterlassen.
Amphibien und Reptilien spielten im Museum Koenig nur eine Nebenrolle. Obwohl Alexander Koenig auch große herpetologische Aufsammlungen von seinen Expeditionen mitbrachte, wurden die Exemplare doch zur Bearbeitung zu dem Münchner Herpetologen Lorenz Müller gegeben.
Die herpetologische Sektion am Museum Koenig wurde erst 1951, unter dem Nachfolger von Alexander Koenig, Karl von Jordans, eingerichtet. Ihr stand als erster Karl F. Buchholz bis 1967 vor, der sich überwiegend mit der Herpetologie Griechenlands befasste und die Sammlung auf 8.500 Exemplare aufbaute.
Im folgte Ulrich F. Gruber, der den von Buchholz aufgriff und die Sammlung auf 9.400 Exemplare ausbaute. Seit dem Wechsel von Gruber 1971 nach München sitzt Wolfgang Böhme der Sektion vor.
Seitdem wird die Sammlung der Sektion durch Forschungsreisen der Kuratoren, Doktoranden und Diplomanden immer stärker ausgebaut und erhielt signifikante Zuwächse aus Afrika (Libanon, Syrien, Kamerun, Senegal, Guinea, Guinea-Bissau, Mauritanien, Madagaskar, Kenia, Tansania, Benin, Sambia) dem Schwerpunkt des Museums Koenig, aber auch aus dem Makaronesischen Raum (Selvagens, Kanaren, Kapverden), dem Nahen Osten (Jemen, Emirate), aus Asien (Kalimantan, Vietnam) und Südamerika (Bolivien, Costa Rica).
1977 wurde eine historisch wertvolle Sammlung mit ca. 5000 Exemplaren aus dem Zoologischen Museum der Universität Göttingen nach Bonn geholt und so vor dem Verfall gerettet und der wissenschaftlichen Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht.
1978 kamen mit Ursula Bott und Wolfgang Bischoff zwei Mitarbeiter in die Sektion, die bis heute großen Anteil am Ruf der Bonner Herpetologie haben.
1979 wurde im Museum Koenig mit der Societas Europaea Herpetologica (SEH) eine internationale Gesellschaft gegründet, die sich ausschliesslich mit Fragen der Herpetologie beschäftigt.
Zu den spektakulärsten Arten die von Mitarbeitern der Sektion beschrieben wurden, gehören sicherlich die 1986 entdeckte "Fernseh-Echse", der Jemenwaran
Varanus yemenensis und der quittenfarbene Großwaran
Varanus melinus der 1997 beschrieben wurde.
NEUE ARTEN AUS DER SEKTION
Agamidae:
Agama finchi, BÖHME et al. 2005
Varanidae:
Varanus boehmei, JACOBS 2003 (Goldgefleckter Baumwaran)


