Zeit: 27.05.2010, 18.15 Uhr
Nachtfalter der Familien Geometridae und Arctiidae eignen sich sehr gut für Studien tropischer Biodiversität, da sie meist eng an ihre Habitate gebunden sind und sich effektiv in großen Individuen- und Artenzahlen mit Hilfe von Licht anlocken lassen. Faltergemeinschaften werden in globalen 'Hotspots' der Artenvielfalt in Costa Rica und Ecuador untersucht. Beispielsweise wurden bisher mehr als 1.300 Arten der Geometridae in einem kleinen Untersuchungsgebiet in Südecuador nachgewiesen - mehr als irgendwo sonst auf der Welt.
Es werden grundlegende Fragen der räumlichen Verteilung von Biodiversität gestellt: Um wie viel ist die Vielfalt in tropischen Breiten größer als in der gemäßigten Zone? Wo entlang von Höhengradienten befindet sich die höchste Artenvielfalt? Wie lassen sich diese Muster am besten erklären - durch Nullmodelle oder durch Umweltfaktoren? Sind die Muster in verschiedenen Gebieten gleich? Verändert sich die Körpergröße der Falter mit der Höhe? Sind die Faltergemeinschaften im Kronenraum und im Unterwuchs eines Regenwaldes verschieden? Einen aktuellen Forschungsschwerpunkt bildet die Frage nach den Auswirkungen des Klimawandels auf diese artenreichen Gemeinschaften. Neue Modelle zeigen, dass es für zahlreiche Arten aufgrund ihrer engen Höhenverbreitung Lücken zwischen ihrer jetzigen und zukünftigen Verbreitung gibt. Nur relativ wenige Arten sind vom bekannten 'Bergspitzen-Aussterben' betroffen, während sehr viele Arten in Zukunft kleinere Verbreitungsgebiete haben und Tieflandregenwälder artenärmer werden.


