Ort: Hörsaal des Museums Alexander Koenig
Zeit: 15.11.07, 17.15 Uhr
Zeit: 15.11.07, 17.15 Uhr
Umwelt, Gene und Verhalten
Die moderne Verhaltensbiologie gelangte in den letzten Jahren zu zwei auf den ersten Blick gegensätzlichen Erkenntnissen: Einerseits erweisen sich Umweltfaktoren von weitaus größerer Bedeutung für die Verhaltenssteuerung als ursprünglich angenommen wurde. So stellt sich beispielsweise die soziale Situation, in der sich die Mutter während der Tragzeit befindet, als entscheidend für die Gehirnentwicklung und das spätere Sozialverhalten ihrer Nachkommen heraus. Andererseits erscheint das Genom von übermächtiger Bedeutung bei der Kontrolle ethologischer Prozesse. Mittlerweile wurden einzelne Gene identifiziert, die an der Steuerung unterschiedlichster Verhaltenssysteme - vom Lernen bis zur Aggression - beteiligt sind, und selbst Punktmutationen in spezifischen Allelen können zu dramatischen Veränderungen des Verhaltens führen. In den Zeiten der Molekularbiologie muss allerdings betont werden, dass Verhalten nicht nur auf die Reduzierung genetischer Programme reduziert werden kann, sondern immer aus einer Genom-Umwelt-Interaktion resultiert; eine Erkenntnis, die besonders eindrucksvoll in Untersuchungen zur Alzheimerpathologie gezeigt werden kann.


