Ort: Hörsaal des Museums Alexander Koenig
Zeit: 06.12.07, 17.15 Uhr
Zeit: 06.12.07, 17.15 Uhr
Gottlieb Haberland (1854 - 1945) und die Anatomie der Pflanzen im Geist Darwins
Bis weit ins 19. Jahrhundert war die Erforschung des Pflanzenkörpers eng mit zwecksetzenden Spekulationen um mögliche Funktionen der Pflanzenteile verbunden, was immer wieder in die Irre führte. In der Folge wurde eine rein beschreibende Anatomie zum Ideal einer wissenschaftlichen Botanik, die sich damit aber stetig von der Physiologie entfernte. Die schier unüberbrückbare Kluft zwischen Anatomie und Physiologie wurde geschlossen, als Gottlieb Haberlandt und andere ab 1874 die Leistung pflanzlicher Gewebe und Organe zu einem neuen, durchgängigen Klassifizierungsprinzip machten und die Histologie der Pflanzen auf eine physiologische Grundlage stellten. Ihr Programm einer physiologischen Pflanzenanatomie reformierte die allgemeine Botanik radikal. Den "Schlüssel zur mechanischen Erklärung der zweckmäßigen Anpassungen im Bau der Organismen" (Haberlandt 1933) lieferte ihnen Charles Darwin.


