Zeit: 24.05.07, 17.15 Uhr
Reputation und Bestrafung fördern menschliche Kooperation - Hilfe für das Klima?
Zu Gemeinschaftsgütern, "public goods", hat jeder freien Zugang und profitiert in der Regel davon, dass er sie übernutzt. Da es sich für jeden lohnt, das Gemeinschaftsgut zu übernutzen, bricht es in der Regel zusammen wie Krankenversicherungssysteme, Fischpopulationen in den Weltmeeren oder unser Klima. Ökonomen, Sozialwissen-schaftler und seit einiger Zeit auch Evolutionsbiologen untersuchen spieltheoretisch und empirisch, ob es Bedingungen gibt, unter denen sich Egoisten kooperativ verhalten und das Gemeinschaftsgut erhalten. Da Individuen und auch Länder oft in verschiedenen sozialen "Spielen" aufeinander treffen, könnte die Interaktion dieser Spiele eine Möglichkeit bieten, das Gemeinschaftsgut zu erhalten. Indirekte Reziprozität ("wer gibt, dem wird gegeben") basiert auf Reputation und erreicht einen hohen Grad von Kooperation. Wir haben gefunden, dass durch Alternieren von Runden dieses Spiels und "Public Goods" Runden das Gemeinschaftsgut auf einem unerwartet hohen Niveau erhalten wird und alle Spieler dadurch enorme Gewinne erzielen. Durch Bestrafung von unkooperativem Verhalten kann ein Gemeinschaftsgut auch erhalten werden, obwohl sowohl Bestrafen als auch Bestraftwerden hohe Kosten verursachen. Wir haben experimentell untersucht, wie Bestrafung und Reputationsmechanismen miteinander interagieren und ob dies die kooperative Effizienz in Public Goods Spielen erhöht.


