Begrenzte Lebensdauer und potentielle Unsterblichkeit
Lässt man einmal die vollmundigen Versprechungen " Scientists predict indefinite lifespan" und " Cambridge University's Aubrey de Grey believes complete life extension treatments will be available in 25 years" beiseite, kann man sich unvoreingenommener der Frage zuwenden, warum die Lebensdauer der Organismen in aller Regel begrenzt ist, warum ein Vogel von der Größe einer Maus diese doch um Jahre überleben kann, und warum es schließlich Organismen gibt, die sich dem Alterungsprozess, soweit er mit den üblichen Abnutzungserscheinungen verbunden ist, partiell oder vollständig "entziehen".
Die Idee von einer begrenzten Lebensdauer als phylogenetisch erworbener Anpassung und somit als Arteigenschaft ist alt und geht auf August Weismann zurück. In ihr steckte bereits die Vorstellung, dass es, entsprechende Selektionsbedingungen vorausgesetzt, auch potentiell unsterbliche Organismen geben sollte. Die vergleichende Biologie der Lebensgeschichte pflanzlicher und tierischer Organismen zeigt die ganze Spanne von extremer Kurzlebigkeit bis hin zu nicht alternden Systemen.
An ausgewählten Beispielen soll versucht werden, die unterschiedlichen Lebensstrategien mit kontinuierlichem Wachstum, mit Fortpflanzung und Differenzierung sowie der Ausbildung von nicht mehr teilungsfähigen (postmitotischen) Zellen in Verbindung zu bringen.
Zeit: 14.12.2006, 17.15 Uhr


