Die Evolution biologischer Vielfalt in
Rosa L., Sektion
Caninae (DC) Ser. (Rosaceae)
Die eurasisch verbreiteten Hundsrosen (
Rosa, Sekt.
Caninae) sind durch eine hohe phänotypische und genetische Plastizität gekennzeichnet. Diese biologische Vielfalt hat ihren Ursprung einerseits in der durch Hybridisierung entstandenen allopolyploiden, pentaploiden Konstitution (2n=5x=35), andererseits in der sektionsspezifischen Meiose. So werden in der Canina-Meiose die Chromosomen asymmetrisch auf die Geschlechtszellen verteilt. Nach der Meiose sind die Eizellen tetraploid, die Pollenkörner haploid. Diese nicht-mendelnde Heterogamie (80% des Erbguts ist vom Saatelter) führt zu einer überwiegend maternalen Vererbung von Merkmalszuständen, jedoch werden einzelne Merkmale durch paternales imprinting überformt. Die phylogenetische Rekonstruktion wird durch nicht konzertierte Evolution nukleärer ribosomaler spacer (nrITS) erschwert. Der Effekt von Hybridisierung als Evolutionsfaktor für die Entstehung von Biodiversität und die Bedeutung für ökologische Interaktion und Reproduktionsbiologie wird diskutiert. Die Konsequenzen für die Systematik der Sektion
Caninae werden dargestellt.
Prof. Dr. Volker Wissemann
Institut für Spezielle Botanik der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Ort: Hörsaal des Museum Alexander Koenig
Zeit: 16.11.2006, 17.15 Uhr
Zeit: 16.11.2006, 17.15 Uhr


