Ort: Hörsaal des Museum Alexander Koenig
Zeit: 27.04.06, 17.15 Uhr
Zeit: 27.04.06, 17.15 Uhr
Dr. Uwe Hoßfeld
Institut für Geschichte der Medizin, Naturwissenschaft und Technik, Universität Jena
Ernst Haeckel - der Gegenpapst aus Jena - Zwischen Religion und Wissenschaft.
Der Jenaer Zoologe Ernst Haeckel kann als repräsentativstes Beispiel für die Auseinandersetzungen zwischen darwinistischer Wissenschaft und Weltanschauung in Deutschland während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts angesehen werden. Wie kein anderer Biologe vor und nach ihm, vielleicht kann man nur noch "Darwins Bulldogge", den britischen Zoologen Thomas Henry Huxley dazuzählen, hat Haeckel sowohl klerikale als auch antiklerikale Kreise mit seinen vorgetragenen Auffassungen bedient und die sich anschließenden Diskussionen polarisiert. Seine Äußerungen zum Thema "Wissenschaft und Religion" zeigen, dass dieses Themengebiet - die Vernetzung/Nichtvernetzung von Wissenschaft und Religion - schon ähnlich heftig im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert diskutiert wurde wie in aktueller Zeit (Kreationismus-Debatte).
Mein Referat wird zunächst kurz die Wissenschaftslandschaft zur Haeckel-Zeit skizzieren - d. h. auf seinen Forschungsschwerpunkt die Deszendenzlehre/Evolutionsbiologie und ihre Geschichte blenden, danach den Jenaer Biologen vorstellen, anschließend auf dessen Verhältnis von Wissenschaft und Religion - anhand seiner Werke - eingehen und schließlich in einem Resümee noch einmal das bisher Gesagte zum Vortragsthema in Beziehung zu setzen.


